Thema des Monats

Geplanter Klinikaufenthalt: Was Sie alles wissen mĂŒssen

Krankenhausaufenthaltvorbereitungsymbolbild

Der Termin steht: Ein kĂŒnstliches Gelenk soll eingesetzt oder ein Tumor entfernt werden, stationĂ€r im Krankenhaus. Was muss man vor so einem Klinikaufenthalt regeln, wissen, einpacken?...

Die Aussicht auf einen Klinikaufenthalt, die ist wohl fĂŒr niemanden so richtig schön. Nicht nur, weil sich vorab Ängste melden, ob der Eingriff wie geplant verlĂ€uft, ob man die Narkose gut vertrĂ€gt, wie schnell man wortwörtlich wieder auf die Beine kommt. Die Gedanken kreisen vielleicht auch um Fragen wie: Habe ich an alles gedacht, muss ich noch etwas klĂ€ren? Hier bekommen Sie einen Überblick:

Was muss ich vorab erledigen?
Der Termin fĂŒr die Krankenhausbehandlung steht, vielleicht hat man Ihnen schon eine Prognose gegeben, wie viele NĂ€chte Sie dort bleiben mĂŒssen. Diese Information sollten Sie weitergeben an alle, die mit Ihrer Abwesenheit planen mĂŒssen. Zum Beispiel an den Arbeitgeber, wie Verena Querling, Referentin Pflegerecht bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sagt.

Was sonst noch erledigt werden muss? «Das hĂ€ngt natĂŒrlich von der jeweiligen Lebenssituation ab», sagt Querling. Vielleicht braucht es jemanden, der die GemĂŒsebeete im Garten in dieser Zeit gießt, die Katze versorgt, den Briefkasten leert, die Tochter zum Turnunterricht fĂ€hrt. «Am besten spannt man frĂŒhzeitig ein Netz, das dann aushelfen kann.»

Und wer springt ein, wenn man zum Beispiel den Partner oder die Mutter pflegt, das aber wegen des Krankenhausaufenthalts fĂŒr eine Weile nicht kann? Dann kann die Verhinderungspflege eine Option ein. Das bedeutet: Die Pflegeversicherung trĂ€gt fĂŒr PflegebedĂŒrftige der Grade 2 bis 5 die nachgewiesenen Kosten einer Ersatzpflege. Diese Ersatzpflege kann durch einen ambulanten Pflegedienst, durch EinzelpflegekrĂ€fte, ehrenamtlich Pflegende, aber auch durch nahe Angehörige erfolgen, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.

Was braucht das Krankenhaus alles von mir?
Ohne Versichertenkarte und Personalausweis geht bei der Anmeldung nichts. Um im Krankenhaus aufgenommen zu werden, muss zudem eine Einweisung vorliegen («Verordnung von Krankenhausbehandlung»), die von Haus- oder Facharzt ausgestellt wird. Wer privat krankenversichert ist, sollte die Kostenzusage der Krankenkasse parat haben.

Sofern man eine PatientenverfĂŒgung oder eine Vorsorgevollmacht hat, ist es sinnvoll, auch diese mitzunehmen, rĂ€t Verena Querling. Und natĂŒrlich sollte man dafĂŒr sorgen, dass das Krankenhaus möglichst gut ĂŒber den eigenen Gesundheitszustand und Besonderheiten Bescheid weiß. Vor einem geplanten Eingriff wird das im VorgesprĂ€ch abgefragt.

«Von einem Herzschrittmacher oder einer Prothese mĂŒssen die Ärzte natĂŒrlich wissen. Und auch, welche Medikamente man einnimmt», sagt Querling. Allergiker bringen ihren Allergie-Pass mit, wer BlutverdĂŒnner einnimmt, sollte seinen Marcumar-Pass einstecken. Die meisten KrankenhĂ€user geben auf ihrer Webseite auch eine Checkliste, welche Dokumente genau benötigt werden.

Wichtig ist zudem, dem Krankenhaus die Kontaktdaten der Hausarztpraxis zu geben, damit Kommunikation und Austausch von Befunden reibungslos klappen können.

Was kommt ansonsten in die Tasche?
Wenn Sie vor dem Kleiderschrank stehen und ĂŒberlegen, was in die Kliniktasche wandern soll, sollten Sie diesem Grundsatz folgen: «Worin man sich wohlfĂŒhlt und was bequem ist, KleidungsstĂŒcke, in denen man auch den Gang im Krankenhaus runterlaufen wĂŒrde», sagt Verena Querling. Gerade bei frischen OP-Narben sind eher weit geschnittene KleidungsstĂŒcke sinnvoll, da drĂŒckt nichts.

Hilfsmittel wie HörgerĂ€t oder Brillen mĂŒssen natĂŒrlich auch mit. Hier gilt besondere Vorsicht, damit sie nicht verloren gehen, wenn man sie vor dem Eingriff ablegt. «Manchmal werden die einfach in TaschentĂŒcher gewickelt und sind dann auf einmal weg», sagt Querling. Besser: sicher in Dose oder Etui verstauen und vorab klĂ€ren, wie sie wieder den Weg zu einem finden.

Und natĂŒrlich sollte man auch Dinge einpacken, die der Langeweile im Krankenhaus etwas entgegensetzen, «ob es das Sudoku-Heft, ein Headset zum Musikhören oder ein schönes Buch ist», sagt Querling.

Wer Serien streamen will, sollte sich vorab ĂŒber die WLAN-Situation im Krankenhaus informieren. Einer Auswertung von Verivox aus dem Mai 2023 zufolge bieten 70 Prozent der grĂ¶ĂŸten Kliniken und KrankenhĂ€user in Deutschland kostenloses WLAN auf den Patientenzimmern an. Wer doch fĂŒr die Internetnutzung zahlen muss, kann sich auf Kosten von etwa drei bis fĂŒnf Euro pro Tag einstellen.

Und was bleibt besser zu Hause? Wertsachen, insbesondere Schmuck. «Man muss Ringe und Co. ja ohnehin ausziehen, wenn es in den OP geht», sagt Querling.

Was kostet mich der Krankenhausaufenthalt?
Die Zuzahlung liegt fĂŒr gesetzlich Krankenversicherte ab 18 Jahren bei 10 Euro pro Tag. Wer lĂ€nger als 28 Tage im Kalenderjahr stationĂ€r im Krankenhaus behandelt wird, muss ab dem 29. Tag nichts mehr zuzahlen.

Die KrankenhÀuser rechnen dabei direkt mit den Patientinnen und Patienten ab, nach der Entlassung landet also eine Rechnung im Briefkasten.

Apropos Entlassung: Was muss ich dafĂŒr alles regeln?
SpĂ€testens, wenn sich das Ende des Klinikaufenthalts abzeichnet, kommt das sogenannte Entlassmanagement des Krankenhauses ins Spiel, das meist beim sozialen Dienst liegt. Dessen Ziel ist es, den Übergang zwischen Krankenhausaufenthalt und der Zeit danach möglichst reibungslos zu gestalten.

Je frĂŒhzeitiger man Kontakt zum Entlassmanagement aufnimmt, desto besser - gerade dann, wenn man auch ĂŒber die Klinikzeit hinaus UnterstĂŒtzung benötigt, rĂ€t Verena Querling. Das Entlassmanagement unterstĂŒtzt bei AntrĂ€gen, zum Beispiel auf einen Pflegegrad. Auch Leistungen wie hĂ€usliche Krankenpflege, eine Haushaltshilfe oder Pflegehilfsmittel wie Rollstuhl, Pflegebett oder Toilettenstuhl können aus dem Krankenhaus beantragt und organisiert werden. Und wenn man nach dem Krankenhausaufenthalt noch nicht fit genug fĂŒr zu Hause ist, kann eine Kurzzeitpflege gesucht werden.

Was muss ich wissen, wenn ich mich selbst entlassen möchte?
«Dann gibt es ein Formular, auf dem man noch einmal darauf hingewiesen wird, dass die Entlassung gegen Ă€rztlichen Rat ist», sagt Verena Querling. Das muss man unterschreiben, wenn man sich selbst entlassen möchte. Dabei geht es um Haftungsfragen. Bleiben durch das vorzeitige Verlassen des Krankenhauses langfristige SchĂ€den zurĂŒck, wird es schwierig, diese vor Gericht als Ă€rztlichen Behandlungsfehler anerkennen zu lassen.

Das heißt aber nicht, dass man abgewiesen wird, wenn man doch wieder Ă€rztliche Behandlung benötigt. «Sollte zum Beispiel eine OP-Wunde doch wieder aufgehen, wird man natĂŒrlich wieder behandelt», sagt Verena Querling.

Kann das Krankenhaus mich krankschreiben?
Ja, das ist möglich, fĂŒr bis zu sieben Tage. «Das verschafft einem ein bisschen Luft, sodass man nicht sofort zum Hausarzt muss, wenn man aus dem Krankenhaus kommt», sagt Verena Querling.

Gut möglich, dass man sich aber doch zeitnah auf den Weg zur Arztpraxis machen muss, nĂ€mlich dann, wenn man Medikamente benötigt. Denn KrankenhĂ€user dĂŒrfen sie nur begrenzt mitgeben bzw. verordnen.

Wird man vor oder an einem Wochenende oder Feiertag entlassen, darf das Krankenhaus nur so viele Medikamente mitgeben, wie es zur ÜberbrĂŒckung dieser Tage braucht. Die Klinik kann Medikamente aber auch verordnen, sodass man sie nach der Entlassung selbst in der Apotheke abholen kann. Möglich ist dabei allerdings höchstens die kleinste PackungsgrĂ¶ĂŸe.

Quelle: Text: dpa / Bild: (dpa)

Mit dem App-Code finden Sie schnell Ihre Stamm-Apotheke, unser Code lautet 3KUC: WĂ€hlen Sie doch bitte uns als Ihre Stamm-Apotheke aus!

Ratgeber


Angebote

meine apotheke Flyer


TV-Tipps

FĂŒr Sie gelesen

Thema des Monats

Pflanze des Monats

Wetter


Wetterdaten werden geladen...

Mobilversion anzeigen