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Gut zu wissen: 7 Fakten zu Tourette und Tics


Bild: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Was «Tourette» ist, davon haben viele Menschen eine Vorstellung. Oft setzt sich die eher diffus zu «Irgendwas mit Fluchen und Zucken» zusammen. Doch die ĂŒberwiegend genetisch bedingte neuropsychiatrische Krankheit, von der in Deutschland dem Interessenverband Tic & Tourette Syndrom e. V. zufolge rund 40.000 Menschen betroffen sind, ist komplexer. 

Was man dazu wissen sollte, erklĂ€ren die Professoren Veit RĂ¶ĂŸner (Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik fĂŒr Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des UniversitĂ€tsklinikums Carl Gustav Carus Dresden) und Aribert Rothenberger (langjĂ€hriger Direktor der Abteilung fĂŒr Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der UniversitĂ€t Göttingen) fĂŒr die Deutsche Tourette-Gesellschaft.

  1. Symptome: Die Symptome des Tourette-Syndroms umfassen sowohl motorische (Muskelzuckungen) als auch vokale (LautĂ€ußerungen) Tics. Diese Tics treten mehrmals am Tag auf und können ĂŒber einen Zeitraum von mehr als einem Jahr auftreten. Meist zeigen sie sich erstmals vor dem 18. Lebensjahr.
  2. HĂ€ufigkeit: Die Tics können in Serien auftreten, fast jeden Tag oder immer wieder ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum.
  3. MissverstĂ€ndnis: Die Bezeichnung «unwillkĂŒrlicher Tic», die zur Beschreibung der Tics verwendet wird, fĂŒhrt manchmal zu MissverstĂ€ndnissen - die meisten Menschen, die von einem Tic betroffen sind, haben ein Art «VorgefĂŒhl» vor einem Tic und/oder eine gewisse Kontrolle ĂŒber ihre Symptome, so die Professoren.
  4. Reflexhaft: Diese Tourette-Betroffenen können ihre Symptome ĂŒber Sekunden bis zu Stunden kontrollieren - aber: Das bedeute meist nur ein zeitliches Hinausschieben schwerer «Tic-Entladungen». Die Muskelzuckung oder die LautĂ€ußerung mĂŒssten schließlich - Ă€hnlich wie ein Schluckauf oder Niesen - doch auftreten. Menschen mit Tourette suchen oft eine geschĂŒtzte Umgebung, in der sie ihren Symptomen freien Lauf lassen können, nachdem sie sie bei der Arbeit oder in der Schule unterdrĂŒckt haben.
  5. Entspannung: Im Zusammenhang mit Anspannung, Stress, negativer und auch freudiger Erregung nehmen die Tics typischerweise zu, «in entspanntem Zustand oder bei Konzentration auf eine interessante Aufgabe lassen sie eher nach».
  6. Keine Behinderung: Kinder mit Tourette-Syndrom haben die gleiche LeistungsfÀhigkeit wie andere. Haben sie Lernschwierigkeiten, liegt das hÀufig an Begleiterkrankungen wie ADHS. Hinzu kommt, dass sie durch ihre Tics etwa Schwierigkeiten beim Schreiben erleben und mit HÀnseleien zu kÀmpfen haben.
  7. Behandlung: Man kann Tourette medikamentös, aber vor allem auch mithilfe verschiedener Techniken behandeln. Vor allem aber, um psychologische Folgewirkungen zu vermeiden und dem Kind eine möglichst gĂŒnstige Entwicklung zu ermöglichen, «ist eine frĂŒhe Diagnose und eine frĂŒhe Behandlung von Kind und Familie unbedingt anzuraten», so RĂ¶ĂŸner und Rothenberger.

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(07.06.2024)


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