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PrÀventionskurse: Wenn die Krankenkasse Yoga zahlt


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Nordic Walking, Wassergymnastik oder Yoga: Wenn wir in der Gruppe Sport machen, sind wir oft motivierter. Wir haben einen festen Termin im Kalender, den wir nicht so schnell ausfallen lassen. Und: Gut möglich, dass wir so einen Kurs, mit dem wir in die eigene Gesundheit investieren, nicht komplett aus eigener Tasche zahlen mĂŒssen. 

Denn die gesetzlichen Krankenkassen fördern die Teilnahme an bestimmten Gesundheitskursen - dazu sind sie nach Paragraf 20 des Sozialgesetzbuchs V sogar verpflichtet. Krankenkassen mĂŒssen demnach Angebote unterstĂŒtzen, die Krankheitsrisiken reduzieren und das selbstbestimmte gesundheitsorientierte Handeln von Versicherten fördern. Und dazu zĂ€hlen die sogenannten PrĂ€ventionskurse. 

Was fĂŒr Kurse kommen als PrĂ€ventionskurse infrage?

«Die Kursinhalte mĂŒssen sich einem der Handlungsfelder "Bewegungsgewohnheiten", "ErnĂ€hrung", "Stress- und Ressourcenmanagement" oder "Suchtmittelkonsum" zuordnen lassen», sagt Jochen Sunken von der Verbraucherzentrale Hamburg. 

PrĂ€ventionskurse mĂŒssen außerdem vorab von der sogenannten Zentralen PrĂŒfstelle PrĂ€vention (ZPP) zertifiziert werden. Dabei werden das Kurskonzept sowie die Qualifikation des Kursleiters bzw. der Kursleiterin geprĂŒft. Eine Voraussetzung ist, dass Beginn und Ende klar definiert sind, die Inhalte der Sitzungen bauen aufeinander auf, es gibt eine feste Gruppe - und feste Ziele, auf die die Termine hinarbeiten. 

Ein Überblick, welche Kurse es gibt:

  • Bewegungsgewohnheiten: In diesen Bereich fallen zum Beispiel Kurse fĂŒr Nordic Walking, Wassergymnastik oder einen gesunden RĂŒcken.
  • ErnĂ€hrung: In Kursen dieses Bereiches kann man zum Beispiel lernen, wie man gesund abnehmen kann oder sich in der Schwangerschaft optimal mit NĂ€hrstoffen versorgt.
  • Stress- und Ressourcenmanagement: Dazu zĂ€hlen Kurse, in denen Yoga, Autogenes Training oder Tai Chi vermittelt werden.
  • Suchtmittelkonsum: Hier gibt es unter anderem Angebote zu Nikotin-Entwöhnung oder zu einem gesunden Umgang mit Alkohol.

Gut zu wissen: PrÀventionskurse können auch online stattfinden.  

Gibt es auch Kurse fĂŒr Kinder und Jugendliche?

Ja, denn das Alter spielt keine Rolle. Es gibt auch zertifizierte Angebote fĂŒr Kinder, Jugendliche und Ältere. Das Kind kann im Zuge eines PrĂ€ventionskurses zum Beispiel ein ausdauerorientiertes Herz-Kreislauf-Training absolvieren, fĂŒr Jugendliche gibt es Entspannungsangebote. 

Ältere haben mit einem PrĂ€ventionskurs die Möglichkeit, etwa ihre Muskulatur zu stĂ€rken oder das Sturzrisiko zu verringern. Manche PrĂ€ventionskurse richten sich auch speziell an Schwangere. 

Laut GKV-Spitzenverband fördern die Krankenkassen nicht nur Kursangebote fĂŒr einzelne Versicherte, sondern auch Angebote etwa in KindertagesstĂ€tten, Schulen und Betrieben. 

Wie finde ich einen passenden Kurs?

Eine mögliche Anlaufstelle ist die Webseite der Krankenkasse, bei der man versichert ist. Dort gelangt man in aller Regel zu der Datenbank der ZPP, wo man - ausgehend von der Postleitzahl - nach Angeboten in der NĂ€he suchen kann. Diese Suche ist auch ĂŒber die Webseite des GKV-Spitzenverbandes zu erreichen (https://dpaq.de/xzs4jkf). Wer fĂŒndig geworden ist, meldet sich direkt beim Kursanbieter an.  

Wie viel Geld gibt die Krankenkasse denn dazu?

Die eine Kasse schießt pro Jahr 50 Euro fĂŒr die Teilnahme an PrĂ€ventionskursen dazu, die andere ĂŒbernimmt 80 Prozent der Kurskosten: Wie hoch der Zuschuss ausfĂ€llt, entscheidet jede Versicherung selbst. Das heißt: Wer Interesse an einem PrĂ€ventionskurs hat, sollte sich vorab bei der Kasse erkundigen, in welcher Höhe die den Kurs finanziell unterstĂŒtzt.

Muss ich das Geld vorstrecken?

Ja, fĂŒr ihre Teilnahme an einem PrĂ€ventionskurs zahlen Versicherte zunĂ€chst selbst. Nach Kursende bekommen sie eine Bescheinigung, dass sie regelmĂ€ĂŸig teilgenommen haben. Dieses Dokument reichen Versicherte nun bei ihrer Kasse ein und bekommen die Kosten entweder zum Teil oder komplett erstattet. 

Wichtig: Um die Teilnahmebescheinigung zu bekommen, darf man nur bei höchstens 20 Prozent der Kurstermine fehlen. Bei zeit- und ortsunabhÀngigen Online-Angeboten muss man 100 Prozent der Einheiten absolvieren. 

Und: Laut GKV-Spitzenverband ist die Förderung auf zwei Kurse pro Versicherten und Jahr begrenzt. 

Was gilt fĂŒr Privatversicherte?

Die Unternehmen der privaten Krankenversicherung erstatten die vertraglich vereinbarten Aufwendungen fĂŒr eine medizinisch notwendige Heilbehandlung. «PrĂ€ventions- und Sportkurse zĂ€hlen nicht dazu und werden daher grundsĂ€tzlich nicht erstattet», sagt Jens Wegner vom Verband der Privaten Krankenversicherung. Ausnahmen davon sind denkbar, wenn das Versicherungsunternehmen entsprechende Angebote in seinen Tarifbedingungen vorsieht.  


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(05.06.2024)


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