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Zahnspange fĂŒrs Kind: Was zahlt die Kasse, was nicht?


Bild: Jan Tepass/Westend61/dpa-tmn

Schiefe ZĂ€hne, LĂŒcken, Überbiss: Zahnfehlstellungen sorgen nicht nur dafĂŒr, dass Betroffene sich auf Fotos oft ein breites LĂ€cheln verkneifen. Sie können auch zum medizinischen Problem werden. Zum Beispiel, wenn sie die ZĂ€hne so versetzt stehen, dass eine grĂŒndliche Pflege - und damit ein guter Kariesschutz - zur Herausforderung wird.

Die gute Nachricht: ZÀhne auf Abwegen lassen sich in aller Regel mit einer festen oder losen Zahnspange an die richtige Stelle bringen. Die schlechte Nachricht: So eine kieferorthopÀdische Behandlung kann schnell teuer werden, wenn Eltern und Kind mehr als die einfache Kassen-Variante wollen. Die wichtigsten Fragen und Antworten: 

Wann sollten wir ĂŒberhaupt mit unserem Kind zum KieferorthopĂ€den? 

In einem Alter von neun bis zehn Jahren sollte jedes Kind einmal beim KieferorthopĂ€den oder der KieferorthopĂ€din gewesen sein, lautet der Rat der Initiative Pro Dente. So lassen sich behandlungsbedĂŒrftige Fehlstellungen frĂŒhzeitig erkennen. Die Behandlung selbst beginnt dann in aller Regel im Alter zwischen 10 und 13 Jahren. 

Wann trÀgt die Krankenkasse die Kosten einer Zahnspangen-Behandlung?

Das hĂ€ngt vom Schweregrad der Fehlstellung ab. KieferorthopĂ€dinnen und -orthopĂ€den teilen sie in fĂŒnf kieferorthopĂ€dische Indikationsgruppen, kurz: KIG, ein. Die Kosten fĂŒr die Zahnspange trĂ€gt die gesetzliche Krankenversicherung nur bei den KIG 3, 4 und 5, erklĂ€rt das Portal «Kostenfalle Zahn» der Verbraucherzentralen. Eine weitere Voraussetzung fĂŒr die KostenĂŒbernahme durch die Kasse ist, dass die Behandlung vor Vollendung des 18. Lebensjahrs stattfindet. 

Ein Problem: Auch bei Fehlstellungen der KIG 2 kann es aus medizinischer Sicht manchmal sinnvoll sein, sie korrigieren zu lassen. Familien mĂŒssen das dann allerdings aus eigener Tasche zahlen, so die Verbraucherzentralen. 

Sie geben den Tipp, beim KieferorthopĂ€den nachzufragen, ob tatsĂ€chlich Risiken bestehen, wenn dann keine Behandlung durchgefĂŒhrt wird. Denn: Oft verlaufen die Grenze zwischen medizinischer Notwendigkeit und Ă€sthetischen GrĂŒnden fließend, so «Kostenfalle Zahn». Übrigens: Sind Familien sich unsicher, haben sie das Recht auf eine Zweitmeinung eines anderen KieferorthopĂ€den. 

Bei privat versicherten Kindern hĂ€ngt es vom Tarif ab, in welchem Umfang die Krankenversicherung die Kosten fĂŒr eine Zahnspangen-Behandlung trĂ€gt. 

Wenn die gesetzliche Kasse zahlt: Kommen dann keinerlei Kosten auf uns zu? 

Doch: «Kostenfalle Zahn» weist darauf hin, dass Eltern 20 Prozent der Behandlungskosten als Eigenanteil leisten mĂŒssen. Bei mehr als einem Kind in kieferorthopĂ€discher Behandlung reduziert sich dieser Anteil auf 10 Prozent. 

So lÀuft es ab: Bevor das Kind die Spange bekommt, muss KieferorthopÀde oder -orthopÀdin einen Behandlungsplan aufsetzen, der auch eine Art Kostenvoranschlag ist. Erst wenn die Krankenkasse diesen Plan genehmigt hat, kann es losgehen. 

Den Eigenanteil können sich Eltern nach Abschluss der Behandlung von der Krankenkasse zurĂŒckerstatten lassen - allerdings nur, wenn der Nachwuchs die Therapie auch durchgezogen hat. 

Die Verbraucherzentrale rĂ€t, alle Unterlagen und Rechnungen im Original zu sammeln und am Ende der Behandlung auf eine Abschlussbescheinigung zu bestehen. Diese Dokumente reichen Eltern dann bei der Krankenkasse ein. Vorher fragen sie dort am besten nach, ob es fĂŒr die RĂŒckerstattung ein spezielles Formular gibt.

Und was ist mit kostenpflichtigen Extras? 

Geht es um die Zahnspange, trĂ€gt die Krankenkasse nur die Kosten fĂŒr die einfachste Variante. Was darĂŒber hinausgeht - wie Keramik- oder Minibrackets, eine Bracketversiegelung oder ein digitaler Gebissabdruck - mĂŒssen Familien selbst zahlen. Diese Zusatzleistungen sind medizinisch nicht notwendig, sondern sollen mehr Ästhetik oder vermeintlich mehr Komfort bringen, so «Kostenfalle Zahn». 

Wichtig: Der KieferorthopĂ€de oder die KieferorthopĂ€din darf eine Kassenbehandlung nicht verweigern oder von privaten Zusatzleistungen abhĂ€ngig machen, stellt die Verbraucherzentrale klar. Entscheiden sich Eltern fĂŒr Extraleistungen, sollten sie auf einen Behandlungsvertrag bestehen, in dem Leistungen und Kosten genau aufgeschlĂŒsselt sind.


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(04.06.2024)


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